Anwendungsfall: Ausgangs-Peer-Traffic-Engineering mit BGP-Add-Path
Ausgangs-Peer-Traffic-Engineering (TE) ermöglicht es einem zentralen Controller, einen Eingangs-Router in einer Domäne anzuweisen.
Das Internet – ein öffentliches, globales Netzwerk von Netzwerken – ist als System miteinander verbundener Netzwerke von Service Provider-Infrastrukturen aufgebaut. Diese Netzwerke werden oft als autonome Systeme (AS) dargestellt, wie in Abbildung 1 dargestellt, jedes hat eine weltweit eindeutige autonome Systemnummer (ASN).
Der zentrale Controller leitet den Datenverkehr zu einem bestimmten Egress Router und einer externen Schnittstelle. Auf diese Weise erreicht der Datenverkehr ein bestimmtes Ziel außerhalb des Netzwerks und die Auslastung der angekündigten Ausgangsrouten wird optimiert.
Die Data Plane Interconnection Link (NNI) und die direkte Verbindung auf der Steuerungsebene (eBGP) zwischen zwei ASs ermöglichen die Übertragung von Internetdatenverkehr zwischen den beiden, normalerweise als Teil einer formellen Vereinbarung, die als Peering bezeichnet wird.
Ein Service Provider verfügt über mehrere Peering-Beziehungen mit mehreren anderen Service Providern. Sie sind in der Regel geografisch verteilt und unterscheiden sich in der Anzahl und Bandbreite der NNI-Verbindung. Sie nutzen auch unterschiedliche Geschäfts- oder Kostenmodelle.
Im Kontext von AS-Peering wird für den ausgehenden Datenverkehr davon ausgegangen, dass die Zielnetzwerkadresse über einen bestimmten Peer-AS erreichbar ist. So kann z. B. ein Gerät in Peer AS#2 eine Ziel-IP-Adresse in Peer AS#4 über Service Provider AS#1 erreichen.
Der Peer-AS, der eine NLRI-Ankündigung (Netzwerkschicht Reachability Information) verwendet, stellt die Erreichbarkeitsinformationen bereit. Ein AS kündigt in der Regel IP-Adressen an, die zu ihm gehören, aber ein AS kann auch Adressen ankündigen, die er von einem anderen AS gelernt hat.
Peer AS#2 kann z. B. Adressen für Service Provider (AS#1) ankündigen. Diese Adressen stammen von Peer AS#3, Peer AS#7, Peer AS#8, Peer AS#9, Peer AS#4 und Peer AS#5.
Die Ankündigung der Erreichbarkeitsinformationen hängt von den BGP-Routing-Richtlinien zwischen den einzelnen ASs ab. Daher erreicht ein bestimmtes Ziel-IP-Präfix mehrere Peering-ASs und mehrere NNIs. Netzwerkadministratoren im Service Provider-Netzwerk wählen für jedes Zielpräfix die "beste" Ausgangsschnittstelle aus.
Der Datenverkehr, der den Service Provider AS verlässt, ist entscheidend für die Gewährleistung von Kosteneffizienz bei gleichzeitiger Bereitstellung einer nahtlosen Endbenutzererfahrung. Die Definition der "besten" Ausgangsschnittstelle ist eine Kombination aus Kosten sowie Latenz und Datenverkehrsverlust.