Node Slicing ist eine Funktion von Junos OS, die es Service Providern und großen Unternehmen ermöglicht, mehrere Partitionen ausgehend von einem einzigen physischen Router der MX-Serie zu erstellen. Jede Partition verhält sich wie ein unabhängiger Router, mit eigener Steuerungs-, Daten- und Verwaltungsebene, sodass Sie mehrere Services auf einem einzigen physischen Router ausführen können. Junos Node Slicing ermöglicht Unternehmen die Bereitstellung einer End-to-End-Netzwerkaufteilungsarchitektur im Kontext von 5G. Es bietet eine neue Methode zur Konvergierung von Netzwerken, zur Skalierung von Infrastrukturen, zur Bereitstellung von Services und zum Risikomanagement.

Vorteile von Node Slicing

Service Provider und große Unternehmen betreiben traditionell komplexe physische Netzwerkinfrastrukturen, um die Bedürfnisse ihrer Kunden zu bedienen. Diese herkömmlichen Infrastrukturen sind sehr teuer und weniger flexibel. Für Unternehmen ist es deshalb schwierig, die Skalierung ihrer Infrastruktur den rasch wechselnden Anforderungen der Benutzer anzupassen.

Durch die Nutzung von Cloud-Prinzipien trägt Junos Node Slicing dazu bei, dass Unternehmen eine flexiblere, virtualisierte und konvergente Infrastruktur erstellen können, sodass mehrere Netzwerkfunktionen in einem einzelnen physischen Router konsolidiert werden.

Konvergierung von Netzwerkfunktionen

Service Provicer können mehrere Netzwerkservices wie z. B. Video Edge und Voice Edge in einem einzigen physischen Router konsolidieren und dabei die operative Trennung dazwischen aufrechterhalten. Durch Konvergenz wird die Flexibilität der Infrastruktur verbessert, die Ressourcenauslastung maximiert und die Investitionskosten verringert. Konvergenz kann sowohl horizontal als auch vertikal erreicht werden. Bei der horizontalen Konvergenz werden Routerfunktionen der gleichen Ebene in einem einzigen Router konsolidiert, während bei der vertikalen Konvergenz Routerfunktionen verschiedener Ebenen in einem einzigen Router vereint werden.

Verbesserung der Skalierbarkeit

Durch die Zusammenführung mehrerer Netzwerkfunktionen in einem einzigen, vollständig redundanten physischen Gerät wird die Anzahl der physischen Geräte im Netzwerk verringert und die Netzwerkverwaltung wird somit einfacher und kostengünstiger. Durch die Fokussierung auf virtuelle Routingpartitionen anstelle von physischen Geräten lassen sich die Programmierbarkeit und Skalierbarkeit des Netzwerks sowie die reaktive Flexibilität hinsichtlich der Anforderungen an die Infrastruktur steigern, ohne dass zusätzliche Hardware gekauft werden muss.

Intelligentes Risikomanagement

Zwar werden mehrere Funktionen auf ein einziges Chassis konvergiert, die Funktionen werden jedoch unabhängig voneinander ausgeführt und profitieren von betrieblicher, funktionaler und administrativer Trennung. Durch die Partitionierung eines physischen Systems, z. B. Broadband Network Gateway (BNG), in mehrere, unabhängige logische Instanzen wird sichergestellt, dass Ausfälle isoliert werden. Die Partitionen teilen sich nicht die Kontroll- oder Weiterleitungsebene, sondern nur das Chassis sowie den Platz und die Leistung. Somit führen Fehler in einer Partition nicht zu einem weitreichenden Serviceausfall.

  • Senkung der Netzwerkkosten - Junos Node Slicing ermöglicht die Verbindung von GNFs (Partitionen) über interne Switching-Fabrics, wobei eine Abstracted Fabric (AF)-Schnittstelle genutzt wird. Es handelt sich um eine Pseudo-Schnittstelle, die ein erstklassiges Ethernet-Schnittstellenverhalten aufweist. Mit einer solchen AF-Schnittstelle sind Unternehmen nicht mehr von der Verbindung von GNFs über physische Schnittstellen abhängig, was erhebliche Einsparungen mit sich bringt.

  • Verringerung der Markteinführungszeit für neue Services und Funktionen - Jede GNF kann auf einer anderen Version der Junos-Software betrieben werden, sodass Unternehmen jede GNF mit individuellem Tempo weiterentwickeln können. Wenn ein Unternehmen einen neuen Service oder eine neue Funktion auf einer bestimmten GNF bereitstellen muss und dazu eine neue Softwareversion erforderlich ist, muss nur die jeweilige GNF aktualisiert werden. Dies vereinfacht den Zertifizierungsprozess für neue Softwareversionen und die Bereitstellung von Software. Service Provider und Unternehmen können mit Junos Node Slicing dank erhöhter Flexibilität zudem das flexible Everything-as-a-Service (XaaS)-Geschäftsmodell implementieren und so rasch auf die sich ständig ändernden Marktbedingungen reagieren.

Node Slicing-Konfiguration

Bei der Node Slicing-Konfiguration fungiert ein Router der MX-Serie als Basissystem (BSYS). Das Basissystem besitzt alle physischen Komponenten des Routers (z. B. Linekarten und das Switching-Fabric) und weist jeder im Router konfigurierten Partition Linekarten zu. Die Partitionen, sogenannte GNFs, werden auf einem Paar externer, branchenüblicher x86-Server gehostet und fungieren als unabhängige Router.